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Aus der Frauenklinik des Kantonsspitals Zürich sind 1978 vier Kliniken entstanden, die zusammen das Departement Frauenheilkunde bilden: Die Klinik für Gynäkologie, die Klinik für Endokrinologie und Reproduktion, die Klinik für Neonatologie sowie die Klinik für Geburtshilfe.

Die Aufteilung in vier einzelne Bereiche widerspiegelt die klinische und wissenschaftliche Entwicklung in den einzelnen Fächern in den letzten 30 Jahren. Durch die Schaffung eines Departements konnten fächerübergreifende Aufgaben wie die Weiterbildung von Assistenzärzten, die Führung einer Poliklinik oder etwa ein gemeinsamer Notfallbetrieb beibehalten werden. Gleichzeitig erhielten die einzelnen Kliniken eine wesentlich grössere Eigenständigkeit, was speziell für die Forschung und die Schwerpunktbildung von entscheidender Bedeutung war.

Erster Direktor der Klinik für Geburtshilfe war Prof. Albert Huch, der die Klinik von 1978 bis 2001 geleitet hat. Zusammen mit Prof. Gabriel Duc wurde in Zürich ein für Europa wegweisendes Perinatalzentrum aufgebaut, dessen Kernstück die unmittelbare Ansiedelung der Neonatologie neben der Gebärabteilung ist.

Durch eine rechtzeitige Verlegung ins Zentrum von Schwangeren mit Frühgeburtsproblemen konnten die für Frühgeborene risikoreichen nachgeburtlichen Verlegungen auf ein Minimum reduziert werden. Die Erstversorgung des Neugeborenen erfolgt direkt durch die Neonatologie. Durch die Nähe zu den Wochenbettabteilungen werden Mütter auch nicht mehr wesentlich von ihren Kindern getrennt. Rund 40% aller Frühgeborenen in der Schweiz mit einem Geburtsgewicht unter 1500 g werden am hiesigen Zentrum betreut. Auch die Zuweisung anderer Risikoschwangerschaften hat seit dem Bestehen unserer Klinik stark zugenommen und dokumentiert deren Akzeptanz durch die zuweisenden Ärzte und Spitäler. Die Klinik für Geburtshilfe ist seit vielen Jahren die Klinik mit der höchsten Geburtenfrequenz im Kanton Zürich.

Die Geburtenfrequenz hat sich in den letzten 20 Jahren nahezu verdoppelt und ist in den letzten Jahren trotz allgemein sinkenden Geburtenziffern auf hohem Niveau stabil geblieben.


Im 2002 wurde Prof. Albert Huch durch Prof. Roland Zimmermann abgelöst. Zusammen mit dem neuen Ordinarius für Neonatologie, Prof. Hans Ulrich Bucher, konnte unter wesentlichem Engagement des Pflegedienstes das Perinatalzentrum weiter ausgebaut werden. Kernpunkt der Weiterentwicklung ist ein rooming in der älteren Frühgeburten auf der Wochenbettabteilung, was zu einer Aufhebung der Trennung zwischen Mutter und Kind geführt hat. Gleichzeitig ist unter der neuen Klinikleitung ein Pränatalzentrum am Entstehen, das zum Ziel hat, die vielen neuen diagnostischen Erkenntnisse in therapeutische Konzepte umzusetzen.